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Der Mensch bezwingt den Kosmos (1972) – so heißt das großformatige 18-teilige Mosaik von Fritz Eisel (1929-2010), das zur Zeit noch am ehemaligen Rechenzentrum (auf dem Gelände der ehemaligen Garnisonkirche) in der Breiten Straße zu sehen ist, bevor es beim Abriss des Gebäudes in die Stadtverwaltung Potsdam umzieht. Das Mosaik zeigt raumfüllend Szenen aus der frühen Zeit der sowjetischen Raumfahrt.

Christine Niehoff ließ sich durch das Mosaik inspirieren, baute und bemalte eine Fotowand, die kleine und große Kosmo- und Astronauten einlud, sich fotografieren zu lassen – oder sich gegenseitig selbst zu fotografieren. Ein Angebot, das an den beiden Nachmittagen rege in Anspruch genommen wurde. Die von der Künstlerin gegründete Kosmosgesellschaft zertifizierte die Aufnahmen. Mit ihrer Aktion knüpfte Christine Niehoff an die Popularität des Potsdamer Mosaiks durch die Generationen an und einmal mehr wurde deutlich: So problematisch ideologisierend viele Inhalte auch sind, die Bildsprache des sozialistischen Realismus erreichte mit ihren klaren Botschaften und einer populären Bildsprache oft breite Bevölkerungsschichten, die sie für die Utopie einer sozialistischen Gesellschaft einzunehmen versuchte.

Nicht nur bei dieser Arbeit geht es Christine Niehoff um utopische Technologien: Themen wie Raumfahrt, das Atomzeitalter und Roboter stehen im Mittelpunkt ihrer Videos, Malerei, Objekte und Performance.

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